Wochenendausflug in OZ

18. September 2008

Von Sydney (über Surfers Paradise, Brisbane, Melbourne) nach Sydney in 115h & 2250km im Smart

 

Wie üblich in den letzten Wochen rannte ich auch am 11.09.08 meinem Tagesplan hinterher. Eigentlich war für den Morgen die Abfahrt nach Brisbane geplant, jedoch ließ die Arbeit es nicht zu und so wurde die Abfahrt um einen halben Tag verschoben. Gegen 14.00 Uhr ging es dann aber bei traumhaftem Frühlingswetter (26 Grad) los, in einem Smart natürlich.

Fast genau ein Jahr nach meinem ersten Roadtrip in Australien mit Patricia trat ich die reichlich 1000km Pacific Highway von Sydney nach Brisbane erneut an.

Schnell brachte ich die weniger schöne Central Coast hinter mich und übernachtet wieder bei Grafton, unweit von Byron Bay. Die Sonne verschwand leider am zweiten Tag und dicke Wolken, sowie stürmische Winde bescherten mir ein völlig anderes Bild vom östlichsten Punkt Australiens als die Sonne im Vorjahr. Völlig egal war das Wetter den Wahlen die ich auch dieses Mal vor Cape Bayron sichten konnte. Auf Grund des Wetters entschied ich mich nur für eine kurze Wanderung um das Cape Byron und hoffte auf besseres Wetter an der Gold Coast. Kaum hatte ich die Grenze zum Sunshine State Queensland passiert vertrieb die Sonne jegliche Wolken und das Thermometer stieg schnell auf frühlingshafte 30 Grad. Abgesehen von wenigen dienstlichen Anrufen aus Sydney konnte mein Kurzurlaub nun in vollen Zügen beginnen. Nach ein paar Stunden am traumhaften Strand von Surfers Paradise statte ich dem Farbrikverkauf von Billabong, Cult, Quicksilver, … einen Kurzen Besuch ab. Leider vergehen jedoch die Urlaubstage schneller als Arbeitstage und so war auch der Tag in Surfers zu schnell vorbei. Der Tag endete mit einem Besuch des mehr als 300m hohen Q1 und einem unbeschreiblichen Blick über die Gold Coast bei Nacht, welche ich zum Großteil im Melbas verbrachte.

Laufen am Strand bei Sonnenaufgang – was gibt es schöneres – Surfen bei Sonnenaufgang. Leider passte mein Surfboard nicht in den Smart und so blieb nur das Laufen übrig. Motiviert von der einmaligen Kulisse lief ich den gesamten Strand der Gold Coast zweimal ab (Von Surfers bis The Spit und zurück und dann gleich von Surfers bis Miami und zurück). Nach dem Lauf und einem Sonnenbad statte ich Brisbane noch einen Besuch ab, bevor ich das Auto abgeben musste.

Mit dem Zug ging es weiter zum Flughafen, dieser meinte aber 30min zu spät zu kommen. Folge war, dass ich erst 20 min vor Abflug am Check-In ankam und dieser 30 min vor Abflug schliesst. Zu meinem Glück hatte der Flug 1,5 Stunden Verspätung und so war ich noch mehr als pünktlich.

Gerade noch am selben Tag landete ich im13 Grad kalten Melbourne und der nächste Morgen war das Gegenteil von dem pulsierenden Brisbane, kein Mensch war auf den Strasse zu sehen und ein eisiger Wind zwang mich zurück in lange Hose und Jacke. Dies gab mir die Gelegenheit mal wieder Einkaufen zu gehen, wozu ich in Sydney seit Wochen keien Zeit dazu hatte. Am Nachmittag nahm ich dann den Smart entgegen mit dem ich am nächsten Tag  nach Sydney zurück fahren sollte. Der Abend wurde abgerundet von einer spektakulär Feuershow des Crown Casinos in Melbourne. Auch in Melbourne hies es nach einem Tag Abschied nehemen und ich musste meine Rückreise nach Sydeny antreten. Nach dem ich den Großraum Melbourne hinter mir gelassen hatte ging es für 700km durch fast unbesiedeltes australischen Buschland an der Küste nach Norden. Wegen eines Sandsturmes im

Landesinneren bastand der Regen aber mehr aus Dreck als aus Wasser, was den gelben Smart in eine rotbraunen Mantel huellte. Pünktlich zu Arbeitsbeginn am Dienstagmorgen schien aber wieder die Sonne und brachte das erste richtige Strandwochenende in Sydeny seit langer Zeit.

 

 

 

 

Tower Run-up 2008

1. September 2008

“Take the stairs, beat the lift and be faster than your colleagues!”

So heisst der Werbslogang des diesjährigen Sydney Running Festivals Ende September.Ich nahm diesen Spruch gleich wieder mehr als wörtlich und meldete mich gleich für den Tower Run-up 2008 an.Ein Tag vor dem Event im letzten Jahr besuchte ich mit einem Schulausflug den Sydney Tower, wo mir dieses Event zu Ohren kam. Leider war ich nur ein paar Tage zu spät dran mit der Anmeldung und der Start musste ohne mich erfolgen. Dank der Visumsverlängerung kam fuer mich eine zeite Chance.

Am Freitag den 29. September startete ich mit der Arbeit etwas eher, um in einer längeren Mittagspause an dem Lauf teilzunehmen. Denn aus Tradition startet der Tower Run-up immer an einem Freitagmittag um 12pm. Natürlich auch aus Tradition hat sich meine Anmeldung nicht wie normal gestaltet. Aus diesem Grund startete ich im Männer Elite Feld und nicht in meiner Altersgruppe, die leistungsmäßig wesentlich besser für mich gepasst hätte. Egal die Stufen werden dadurch auch nicht mehr. Denn insgesamt müssen 1.504 Stufen verteilt auf 250 Höhenmeter bis zum Ziel auf der Besucherplattform, des 305m hohen Towers, überwunden werden.

Gestartet wurde auf der Pitt Street Mall im Herzen von Sydney und nach einem kurzen Sprint von rund 50m erreichten wir die Eingangstür zum Inneren des Tower‘s. Mit viel Gedrängel und Energie waren die ersten Etagen von 89 schnell überwunden. Die Kraft, um nur jede zweite Stufe zu nehmen war aber genauso schnell weg, wie die Leute um mich herum. Mit der Entscheidung jetzt jede Stufe zu betreten setzte ich meinen Lauf fort und überholte einige Mitstreiter, die bereits ein zügiges Gehen dem Rennen vorzogen. Nicht so richtig wissend, was diesen Lauf so anstrengend macht, kam auch schon die Infornmation der halben Höhen. Ich glaube aber, dass das nach links Wenden aller 5 Sekunden und die rostig stehende Luft die schwerwiegensten Factoren sind. Auf der zweiten Hälfte bin ich nur noch 2 weiteren Läufern begegnet, bis ich sprichwörtlich Licht am Ende des Tunnels sah. Plötzlich war keine Wende nach links mehr möglich und es ging noch einen Treppenabsatz herrauf als die Sonne begann mir direkt entgegen zu scheinen. Das erste Mal wurde nach rechts abgebogen, jetzt auf die Besucherplattform, wo ich das Ziel nach 11:49min erreichte.

Nach einer knappen Stunde Verschnaufpause in luftiger Höhe, war es aber Zeit für mich meinen Rückweg zur Arbeit wieder anzutreten, denn meine Mittagspause ging auch nicht den ganzen Tag. Auf dem Weg nach unten musste ich feststellen, dass ich doch nicht schneller als der Lift war, denn dieser benötigte nur 70 Sekunden.

Ein Läfer hat die Strecke sogar mit Beinprothesen bewältig und ein weitere mit einem Bein und zwei Krüken (vgl Bilder).

Online

18. August 2008

Nun ist es geschafft und mein neuer Blog ist online. Ich habe bereits einige Beiträge gepostet, damit ihr auch gleich was zu lesen und zu kommentieren habt.

Einige Bilder haben noch eine zu große Auflösung, was ich aber bald ändern werde, dass die Bilder schneller laden.

In den nächsten Wochen werde ich versuche die Beiträge von dem alten Blog so schnell wie möglich auf den neuen Blog zu kopieren (ca 1-2 pro Woche).

Bleibt also gespannt, was ich vom Leben eines Farmers, Burger ausliefern in Sydney, Tauchen am Great Barrier Reef, Formel 1 in Melbourne, GERADE AUS fahren für 200km, und und und vieles mehr zu berichten habe. Also schaut bald wieder mal rein und vergesst die älteren Beiträge nicht.

Euer Felix

PS: Wenn ihr bestimmte Wünsche habt, was ihr zu erst lesen und sehen wollt lasst es mich wissen und gebt bitte meinen Link an alle weiter, die meine Nachricht nicht erhalten haben.

City 2 Surf ‘08

11. August 2008

Letzten Sonntag (10/08/2008) war es wieder soweit und fast ganz Sydney hat die Laufschuhe ausgepakt. Tausende wollten am bekanntesten Lauf in Australien teilnehmen und die 14km vom Hyde Park (City) bis zum populären Bondi Beach rennen, laufen, walken oder nur spazieren.

Meine Anmeldung hat sich dieses Jahr wesentlich einfacher gestaltet und ich erhielt ohne Probleme eine rote Startnummer, da ich beim City 2 Surf ’07 eine Zeit von unter 75min gerannt war. Rot bedeudet, dass man mit der ersten Gruppe starten darf. Jetzt stellt euch aber bitte nicht vor, dass ich in der ersten Reihe stand. Erste Gruppe bedeutet, dass man unter den ersten 7000 starten darf.

Insgesamt wurde der Lauf dieses Jahr ungeduldig von rund 75 000 erwartet. Durch dise enorme Masse an Läufern reihten sich Starterfelder in drei verschiedenen Strassen (alle 4 spurig) auf und in jeder Strasse erstreckt sich das Starterfeld um ca 200m bis 300m. Nach dem Startschuss ging es erst durch Kings Cross und dann immer weiter nach Westen über Heartbreak Hill bis zum Bondi Beach.

Durch soviele Teilnehmer bin ich mir, bis zum Schluss, vor gekommen als hätte der Lauf gerade erst begonnen, weil immer hunderte Läufer direkt vor und direkt hinter mir gerannt sind. Selbst 4h nach dem Sieger kommt nicht hier und da mal ein Finisher. Eher das Gegenteil ist der Fall und jede Minute passieren Dutzende die Ziellinie.

Ich habe dennoch jeden Moment der 65:08 min genossen, die ich gebraucht habe um den 2676. Platz zu erreichen.

Damit ist auch die Laufsaison in Australien eröffnet und ich gehe jetzt an den Strand laufen und wünsche euch alles Gute bis zum nächsten Mal.

World Youth Day Sydney 2008

27. Juli 2008

„You will receive power when the Holy Spirit has come upon you; and you will by my witnesses .” (Acts 1:8)

Dies war das Motto des 7 Tage andauernden World Youth Day Sydney 2008. Zu diesem Event kamen rund 500.000 Pilger aus allen Ländern und haben in Kürze das winterlich ruhige Sydney mit ihren Fahnen und Gesängen zu einer sommerlich überfüllten Stadt verwandelt. Als ich die Entscheidung gefällt hatte, dass ich ein Jahr länger in Australien bleibe, stand für mich sofort fest, dass ich aktive am Weltjugendtag teil nehme möchte. Volunteering war dafür genau die richtige Lösung, jedoch gab es mit meiner Anmeldung im System einige Probleme, was dazu führte, dass ich erst gegen Ende meinen ersten Einsatz hatte. Crowd Control – hieß meine Aufgabe und bedeutete für einige Stunden an einem Zaun zu stehen und nur zu beobachten, was die Masse so macht.

Papst Benedikt XVI kam schon am 13.07.08 in Sydney an und hat sich für die ersten Tage außerhalb des Geschehens aufgehalten. Auch der Eröffnungsgottesdienst (15.07.08) fand ohne ihn statt und wurde am westlichen Stadtand (Barangaroo) von Kardinal George Pell gehalten. Die Abwesenheit des Papstes tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Hunderttausende lauschten der Predigt bei Sonneuntergang und feierten noch bis in die Morgenstunden die Eröffnung des Weltjugendtages.

An folgenden Tage gab es so viele Events, Workshops und Gottesdienste in und um Sydney herum, dass ich mich nicht festlegen konnte an welchen ich teilnehmen sollte.

Einen festen Plan hatte ich nur für die Hauptveranstaltungen, für die Zwischenzeit ergab sich immer von selbst eine Lösung.

Vom 17.07.08 nahm dann auch Papst Benedikt XVI am Weltjugendtag aktiv teil und startete mit einer Bootsfahrt durch den Sydney Habour, sowie einer Rundfahrt in seinem Papa-Mobile durch die Straßen von Sydney. Für mehrere Stunden säumten Pilger die Ufer des Naturhafens und warteten ungeduldig. Jedoch verschwand das Schiff genauso schnell, wie es auch gekommen war und nachher stellte sich jeder die Frage: „Wo war der Papst?“ Erste Gerüchte reichten vom „Bug“ bis „Heck“ oder „nie an Bord gewesen“. Doch als mehrere hunderte Pilger ihre Fotos gechecked hatten, war klar, dass er nicht zu sehen war. Die nächste Gelegenheit war am Straßenrand, doch auch hier mussten alle eine kleine Einschränkung hinnehmen. Mit über 3 Stunden Verspätung kam das Papa-Mobil nicht mehr bei Tageslicht sondern bei Dunkelheit vorbei. Trotzdem waren alle fasziniert vonder Vorbeifahrt, auch wenn sie viel zu schnell war.

Die nächsten Tage folgte ein Highlight dem Anderem. Stations of the Cross (18.07.08), Evening Vigil (19.07.08), Final Mass (20.07.08), um nur einige zu nennen.

Die meisten Pilger verbrachten die Nacht zwischen Evening Vigil und Final Mass gleich auf der Pferderennbahn (Ort beider Veranstaltungen), um gute Plaetze zu wahren. Zu Ohren kamen mir die unterschiedlichsten Berichte, von „sau kalte Winternacht“, „schlimmer war nur das Essen“, „als wir zu Bett gehen wollten, war es schon wieder hell“, „für richtige Pilger war das kein Problem“, … .

Ich bevorzugte mein eigenes Bett und ein normales Frühstück. Denn meine Wohnung befindet sich direkt neben der Pferderennbahn und von meinem Balkon aus konnte ich bereits die Bühne sehen. Zusätzlich musste ich mir keine Sorgen um einen guten Platz machen, denn dank meines Volunteer Passes kam ich, wie die letzten Tage, immer und überall rein.

Fast in erster Reihe erlebte ich den Abschluss Gottesdienst auf dem Randwick Racecourse. Nur 100m entfernt von der Bühne befand sich mein Standpunkt, was zu erst nicht nach erster Reihe klingt, wenn man aber bedenkt, dass einige Pilger 700m entfernt standen, ist 100m keine Entfernung mehr. Genossen hat aber jeder Einzelen die Abschlussmesse, wenn man nach der Stimmung urteilt. Besonders für die spanischen Pilger gab es nach dem grössten Gottesdienst, der je in Australien gehalten worden ist, ein perfektes Ende, indem der Pntifex verkündete, dass der nächste Weltjugendtag 2011 in Madrid stattfinden wird.

Damit war der Weltjugendtag offiziell beendet und rund 750.000 Pilger traten ihre Heimreise an. Einige um die Halbe Welt und andere nur um die nächste Hausecke.

Eine Zugabe gab es noch für alle Volunteers am Montag, als Benedikt XVI sich fast eine Stunde Zeit nahm, um sich bei allen Volunteers zu bedanken. Auch eine exclusive, extrem langsame Fahrt, im Papa-Mobile gab allen Volunteers die Möglichkeit einmal in der ersten Reihe zu stehen. Nur 10.000 waren berechtigt an dieser extra Veranstaltung teilzunehmen und dem entsprechend war es auch nicht so überfüllt, wie am Tag zu vor.

Direkt im Anschluss wurde der Papst zum Airport gefahren und auch er trat seine Rückreise nach Italien an.

Über die nächsten Tage leerte sich Sydney nach und nach von allen Pilgern, bis die ursprüngliche winterliche Ruhe wieder eintrat.

Mein Start in das zweite Jahr konnte nicht besser eingeleitet werden als druch den Weltjugendtag und wenn es möglich ist werde ich 2011 in Madrid dabei sein.