Fahrgastrechte bei Fernbussen

Fernbus und Bahn

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Sicherheit und Recht: Ihre Fahrgastrechte bei Fernbussen

EU regelt Fahrgastrechte
Bei der Deutschen Bahn hat der Fahrgast bei Verspätungen und Ausfällen viele Rechte. Zum Beispiel muss die Bahn sogar im Falle einer Zugverspätung durch höhere Gewalt eine Entschädigung zahlen. Wie sehen die Fahrgastrechte aber bei Fernbuslinien aus? Alle Fahrgastrechte werden in der EU-Verordnung 181/2011 geregelt. Wir fassen das Wichtigste für Sie zusammen:

Weniger Rechte als Bahnkunden
Generell gilt, dass Fernbus-Fahrgäste weniger Rechte haben als Bahnkunden. Bei Fernbussen haben Sie erst ab einer Wegstrecke von 250 Kilometern Anspruch auf Entschädigung – und auch dann nur, wenn keine höhere Gewalt im Spiel ist.

Entschädigungen bei Verspätung oder Busausfall
Kommen Fernbusse mehr als 120 Minuten zu spät, sind sie überbucht oder fallen ganz aus, können Sie zwischen der vollständigen Erstattung des Fahrpreises und der Weiterreise mit geänderter Streckenführung wählen. Lässt Sie das Busunternehmen nicht zwischen diesen beiden Optionen wählen, bekommen Sie zusätzlich noch eine Entschädigung in Höhe von 50 % des Fahrpreises (also 150% insgesamt).

Eine spezielle Regelung gilt für Fahrten, die nach Fahrplan länger als drei Stunden dauern. Kommt der Bus hier mehr als 90 Minuten zu spät, haben Sie Anspruch auf „angemessene Hilfeleistungen“. Konkret sind dies Imbisse und Erfrischungen sowie – falls nötig – eine Übernachtung.

Bis zu 220 000 Euro erhalten Sie, wenn Sie bei einem Unfall verletzt werden, bis zu 1200 Euro für jedes bei einem Unfall verlorengegangene Gepäckstück.

Menschen mit eingeschränkter Mobilität dürfen wie bei der Bahn eine Begleitperson kostenlos mitnehmen.

Einschränkung der Entschädigung
Sie bekommen keine Entschädigung, wenn Sie bereits im Bus sitzen, dieser pünktlich abgefahren ist und sich nun die Ankunft durch einen Stau verzögert. Alle Entschädigungen gelten nur für Reisende, die noch auf den Bus warten.

Busunternehmen verweigern Entschädigung oft
Achtung: Die Verbraucherzentrale Bayern hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass viele Fernbuslinien die EU-Verordnung nicht umsetzen und die Fahrgäste weder über ihre Rechte informieren, noch aus freien Stücken Entschädigungen zahlen. Daher sollten Sie in jedem Fall Ihre Rechte aktiv einfordern.

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Wer hilft mir bei der Durchsetzung meiner Rechte?Sollte Ihnen das Busunternehmen eine Entschädigung verweigern, können Sie beim Eisenbahn-Bundesamt ein Beschwerdeformular ausfüllen oder sich bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr beschweren. Beide Wege sind für Fahrgäste kostenlos. Die Schlichter prüfen den Fall und geben an beide Seiten eine Empfehlung, wie der Fall außergerichtlich beigelegt werden kann.
6. Oktober 2014
Ein Kommentar
  1. Finanztip sagt:

    Eine sehr gute Zusammenfassung der Fahrgastrechte! Viele unserer Leser interessieren die günstigen Preise, aber eben auch was man im Fall der Fälle tun kann. Besonders der Hinweis, dass die Verspätung bei der Abfahrt „stattfinden“ muss, ist wichtig – denn sonst sollte man sich gar nicht erst bemühen.

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