Gewerbliche Vermietungstätigkeit – Wann muss wer welche Steuern zahlen?

Bei der Einrichtung eines Gästezimmers stellen sich bereits vor Erscheinen der ersten Gäste viele Fragen: welche Möbel braucht es unbedingt, welche Farben machen sich gut, wieviel Miete kann ich nehmen – und muss ich bei der Vermietung eines Gästezimmers bereits ein Gewerbe anmelden und Gewerbesteuern zahlen, auch wenn das Zimmer oder die Wohnung nur unregelmäßig vermietet wird?

In dieser Frage hat der Bundesfinanzhof im September 2010 einen neuen Beschluss gefasst, den Sie auf der Seite des Bfh nachlesen können. Für Sie mit verständlichen Worten zusammengefasst hat es jedoch der Rechtsanwalt Matthias Kachur in diesem Gastbeitrag:

Mit Beschluss vom 28.09.2010 (Az. X B 42/10) hat der BFH nochmals den Unterschied zwischen gewerbsmäßiger Vermietung und privater Vermögensverwaltung herausgestellt.

Eine wesentliche Folge gewerbsmäßiger Vermietung ist die Gewerbesteuerpflicht. Dabei handelt es sich bei der gewerbsmäßigen Vermietung von Ferienwohnungen einfach gesagt um Vermietung in einer Art und Weise, die einem Hotelbetrieb nahe kommt. Hierbei wird insbesondere auf den Gesamtaufwand und die Notwendigkeit einer entsprechenden unternehmerischen Organisation abgestellt. Auch eine verstärkte Werbetätigkeit und ein erweitertes Serviceangebot können für eine gewerbsmäßige Vermietung sprechen.

Wird die eigene Wohnung oder ein Zimmer dagegen nur sporadisch vermietet, liegt in der Regel keine gewerbsmäßige Vermietung vor. Aber Vorsicht: Werden so Einkünfte erzielt, unterliegt der Ertrag zwar nicht der Gewerbesteuer. Dennoch stellen diese Einkünfte grundsätzlich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung dar (§ 21 EStG) und sind daher einkommensteuerpflichtig und in der Einkommensteuererklärung anzugeben.

Matthias Kachur ist Gründungsgesellschafter und Partner der Kanzlei Burow – Kachur Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft in der schönen Badenmetropole Karlsruhe, in der auch die gloveler GmbH ihren Sitz hat. Als Spezialist für Unternehmensgründungen steht die Kanzlei gloveler bereits von Anfang an zur Seite.

29. Dezember 2010
Ein Kommentar
  1. Nicht nur Steuern müssen die Vermieter von Ferienwohnungen interessieren, sondern auch die GEMA.

    Diese verlangt GEMA-Gebühren mit dem Argument, eine Ferienwohnung sei „Öffentlicher Raum“ und bekam damit Recht vor Gerichten.

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