Babelbird: Wenn nicht sein kann, was nicht sein darf…

Liebe Leser,

ein neuer Monat, der erste des Jahres 2011, hat nun bereits einige Tage hinter sich gebracht und an zunehmenden Stunden mit Tageslicht ebenso wie an der Abwesenheit von Schnee können wir feststellen: der Winter ist an seinem „Höhepunkt“ angelangt.

Während wir uns im Nieselregen und waschwasser-grauem Morgenlicht zur Arbeit bewegen, sonnt der Babelbird sein Gefieder noch in südlichen Gefilde. Dabei hat er uns im Norden aber nicht vergessen!

Nein, von seinem Nistplatz auf einer Palme mit bester Promenadensicht kann der Babelbird viel Interessantes aus dem Land der Touristen – oder auch Menschen allgemein – berichten. Da wird gelacht (vor allem Kinder) gestritten (Kinder, Eltern, Alte, Touristen und Anwohner) und stundenlange Unterhaltungen geführt über Kleinigkeiten… „was wäre das Leben ohne Denkanstöße?“ denkt sich der Babelbird und weiß: würde von diesen da unten auf der Promenade jemand von einem unbeaufsichtigten Eiswagen überrollt und gar am Fuß verletzt – die Gedanken des Betroffenen direkt vor Eintreten des Ereignisses währen wahrscheinlich: „Das darf doch nicht wahr sein!“

Die unmögliche Tatsache (Morgenstern)

Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge
überfahren.

„Wie war“ (spricht er, sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
„möglich, wie dies Unglück, ja
daß es überhaupt geschah?

Ist die Staatskunst anzuklagen
in bezug auf Kraftfahrwagen?
Gab die Polizeivorschrift
hier dem Fahrer freie Trift?

Oder war vielmehr verboten,
hier Lebendige zu Toten
umzuwandeln, – kurz und schlicht:
Durfte hier der Kutscher nicht?“

Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher
und ist alsobald im klaren:
Wagen durften dort nicht fahren!

Und er kommt zu dem Ergebnis:
„Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil“, so schließt er messerscharf,
„nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Christian Morgenstern (1871-1914)

Übrigens: statt mit der Unterkunft des Monats beschäftigen wir uns im nächsten Eintrag mit der Abstimmung zum Thema „Beste Reisegeschichte“. Also: schicken Sie schnell noch Ihre Erlebnisse in privaten Unterkünften und mit netten Vermietern oder Gästen an mail@gloveler.de oder machen sich schon einmal Gedanken, wer von unseren Einsendern wohl die für Sie schönste Geschichte berichten konnte.

Frohes Reisen!

11. Januar 2011

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