Babelbird: Kaffee oder Tee?

Liebe Leser,

unser allseits beliebter Babelbird ist aus seiner Winterstarre mittlerweile wieder erwacht – beziehungsweise hat sich aus den fernen Regionen, in die ihn seine Flucht vor dem deutschen Winter getrieben hat, per Postkarte gemeldet.

Sie möchten wissen, wo er sich zur Zeit herumtreibt? Na, in Süd-Ost Asien natürlich. Denn ein echter gloveler denkt und reist global – günstige Privatunterkünfte gibt es ja immerhin auch in Tokyo, Bangkok und Hong Kong.

Was all diesen schönen Städten und den umgebenden Ländern gemeinsam ist, ist der Anbau und Konsum von Tee. Nicht ach-so-gesundem Kräutertee, sondern Tee gewonnen aus den Blättern der Teepflanze. China ist dabei Spitzenreiter mit einer Jahresproduktion von über 1 Mio Tonnen – bei den Konsumenten führt Großbritannien vor Irland und Neuseeland mit einem Pro-Kopf Verbrauch von über 2 kg pro Jahr.

Ähnlich wie bei den verschiedenen Kaffee-Spezialitäten gibt es auch beim Tee sehr viele Abstufungen von Sorte, Qualität und Zubereitungsart. Die wichtigsten möchte unser Vögelchen Ihnen heute erklären:

Tee-Plantage

  • Schwarzer Tee: die wohl am weitesten verbreitete Tee-Variante.

Für schwarzen Tee werden die gepflückten Blätter zunächst unter Wärmeeinwirkung verwelkt, anschließend gerollt, was die Zellwände der Blätter aufbricht und das Austreten der ätherischen Öle ermöglicht. Diese Öle reagieren nun mit den Blättern wiederum unter Wärmeeinwirkung, dieser Prozess wird Oxidation (veraltet auch Fermentierung) genannt.

Die kräftigen Sorten Assam und Ceylon sind „hart im Nehmen“ was die Wasserqualität angeht und vertragen auch hartes, kalkhaltiges Wasser. Bei Darjeeling-Tee sollte man darauf achten, weiches, gegebenenfalls gefiltertes Wasser zu verwenden.

  • Grüner Tee: seit den 1990er Jahren in Europa immer beliebter und angeblich noch gesünder!

Auch hier werden die Blätter nach der Ernte getrocknet – allerdings ohne sie zu zerbrechen, das heißt es findet (so gut wie) keine Oxidierung statt.

Wichtig bei der Zubereitung: Grüner Tee wird nicht mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen, sondern mit heißem Wasser mit Temperaturen zwischen 60° und 85°. Dazu kann man nach dem Aufkochen das Wasser einfach für zwei Minuten abkühlen lassen. Anschließend sollte man den Grünen Tee auch nicht zu lange ziehen lassen, bzw. schnell austrinken, damit er nicht zu bitter wird. Ein zweiter oder dritter Aufguss ist jedoch gut möglich, der Geschmack verändert sich dabei von Mal zu Mal. Eine alte Tee-Weisheit besagt demnach „die erste Tasse für den Feind – die zweite Tasse für den Freund“.

  • Weißer Tee: exklusiver und teurer geht immer, auch beim Tee.

Der Herstellungsprozess entspricht dem des Grünen Tees, jedoch werden besonders junge Blätter von bester Qualität genommen, auf deren Blattunterseite noch die silbrigen Härchen zu sehen sind, was dem trockenen Tee die „weiße“ Farbe verleiht.

Die Zubereitung sollte ebenso wie bei Grünem Tee erfolgen, also nicht zu heißes Wasser verwenden. Langes Ziehen lassen ist hier jedoch kein großes Problem, da der Geschmack eher mild ist.

Getrunken wird Grüner und Weißer Tee meistens pur – wobei auch zu lang gezogener Grüntee durch die Zugabe von etwas Milch und Zucker „gerettet“ werden kann. Schwarzer Tee wird in West- und Mitteleuropa meist auf die Art der ursprünglichen Importeure (der Briten) getrunken, nämlich mit Milch und Zucker. Auch sehr lecker: ein Schuss Zitronensaft oder eine Zitronenscheibe für eine erfrischende Note, dann allerdings ohne Milch.

Übrigens: gemeinsames Teetrinken ist eine uralte Tradition der Gastfreundschaft, das sich natürlich auch in günstigen Privatunterkünften und Bed and Breakfasts zelebrieren lässt. Es muss ja nicht eine japanische Tee-Zeremonie sein, aber gemeinsam mit dem Vermieter eine Tasse Tee trinken und sich über Reiseerlebnisse austauschen oder vielleicht eine heimische Tee-Spezialität als Gastgeschenk mitbringen – das sind Kleinigkeiten, die das Reisen reisenswert machen. Probieren Sie es aus!

8. März 2011

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