Babelbird 2: Über den außerordentlich gesunden Trank Kaffee

Wie man Cappuccino korrekt ausspricht, haben wir im letzten Blogeintrag geklärt. Doch welchen Kaffee trinkt man in welcher Situation wie bestellt man ihn, ohne dass man auf den ersten Blick als Tourist erkannt wird? Und besonders wichtig: Wird mir auch schmecken, was ich da bestelle?

Erste Regel: Espresso heißt in Italien nicht Espresso, sondern einfach caffè. Der accento gravo auf dem e soll dabei anzeigen, dass das e fast wie ein deutsches „ä“ gesprochen wird — aber nur fast. Espresso trinken die Italiener fast zu allen Tageszeiten — selbst spätnachts noch zur Verdauung. Also: „Un caffè, per favore.“

Der zweitbekannteste Kaffee dürfte der schon erwähnte Cappuccino sein, der aus aufgeschäumter Milch (keine Sahne) und caffè besteht. Das Wort Cappuccino selbst kommt von der nussbraunen Farbe, die derjenigen der Kapuzinermönche ähnlich sein soll. Wenn Sie sich nun überlegen, welcher der Mönche im Spielfilm Der Name der Rose Kapuziner war, um sich ein Bild der Kutte zu machen, sind Sie im falschen Film: Der Kapuzinerorden wurde erst im 16. Jahrhundert gegründet, während Der Name der Rose im 14. Jahrhundert spielt. Am nächsten kommt dem allerdings Bruder Williams Kutte, da die Kapuziner eine Abspaltung der Franziskaner waren — stellen Sie sich also Sean Connery im Mönchsgewand vor und Sie wissen, welche Farbe Ihr Cappucino haben sollte. Wichtig ist vielleicht auch noch, dass Italiener gewöhnlich nach den Mahlzeiten keinen Cappuccino trinken — eigentlich wird Cappuccino nur morgens getrunken.

Ein weiterer Milchkandidat ist der Latte Macchiato, dessen Name eigentlich „gefleckte Milch“ bedeutet, weil die viele Milch durch den Kaffee nur leicht fleckig, aber nicht wirklich braun wird. In der Theorie sollte ein echter Latte Macchiato aus drei Schichten bestehen: Unten warme Milch, in der Mitte heißer caffè und obenauf Milchschaum. Bevor die Physiker und Ingenieure unter uns das Mischverhalten der Flüssigkeiten im Zeitverlauf untersuchen, empfiehlt sich allerdings das Trinken, denn kalter Kaffee ist eben… kalter Kaffee. Für diejenigen, die selbst Latte Macchiato zubereiten wollen, hier ein Trick: Am einfachsten gießt man den caffè als Letztes durch den Schaum. Dieser bremst den Espresso und der caffè vermischt sich nicht mit der darunter liegenden Milch.

Und was ist, wenn man einen caffè macchiato auf der Speisekarte findet? Dann sollte man ihn nicht bestellen, wenn man einen latte macchiato erwartet, denn dann besteht er zum Großteil aus Kaffee, in die ein wenig Milch gegeben wurde.

Es gibt noch viele weitere caffè-Sorten, wir wollen aber diesen Blogeintrag mit zwei weiteren beschließen, die unter Umständen zu Verwirrungen führen könnten: Der caffè ristretto besteht aus einem doppelt konzentrierten caffè, sehr empfehlenswert für alle, die unbedingt wach bleiben müssen. Nicht verwechseln sollte man damit den caffè corretto, der mit einem Schuss Alkohol serviert wird. Der Name hat nichts damit zu tun, wann es wo in Italien korrekt ist, Alkohol zu trinken, vielmehr wird die anregende Wirkung des caffè durch den Alkohol korrigiert.

Für die restlichen Kaffeegetränke wie caffelatte, caffè lungo und so weiter braucht man nicht viel mehr zu wissen, als dass Koffein drin ist. Und wenn man in einer Bar sitzt, die einem gefällt, kann man auch eine sehr lustige Methode für ausländische Speisekarten anwenden: Einfach einen Kaffee mit einem hübschen Namen bestellen, sich überraschen lassen und genießen.

Man kann dies beispielsweise in Bologna tun, wo seit kurzem ein Studio online buchbar ist:

Studio in der Altstadt von Bologna

Wie Sie auf dem Bild von der Küche sehen, ist hier bereits ein Kaffee-Vollautomat vorhanden und dem Kaffeegenuss steht nichts mehr im Wege.

12. März 2010
Ein Kommentar
  1. Jetzt hab ich richtig Lust bekommen einen Kaffee (Cappuccino) zu trinken! Interessanter und lehrreicher Beitrag!

    Viele Grüße
    Dennis

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